Rheinuferstraße, Köln
Die Stadt Düsseldorf lässt seit dem Jahre 2007 einen auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Prof. Dr.-Ing. Radenberg (Ruhr-Universität Bochum) basierenden lärmoptimierten Asphaltbeton (LOA 5 D) einbauen. Lärmmessungen mit der CPX–Methode zeigen bei PKW Reifen bei 50 km/h für diesen Belag eine Lärmreduktion von 4 bis 5 dB(A) verglichen mit der ursprünglichen Deckschicht aus Asphaltbeton. Dies ist ein großer Erfolg, da eine Lärmminderung von 3 dB(A) wie die Halbierung der Verkehrsmenge empfunden wird. Aufbauend auf diesen Ergebnissen und auf dem Wissen, dass die Verwendung gummimodifizierter Bitumen einen zusätzlichen Lärmminderungseffekt bewirken, entschließt sich die Stadt Köln erstmals einen gummimodifizierten LOA 5 D GM unter Verwendung des Modifizierungsmittels Road+ einbauen zu lassen. Erste Lärmmessungen zeigen eine zusätzliche Reduktion gegenüber den Lärmmessungen für diese Art von Belägen in Düsseldorf.
Dazu beauftragt die Stadt Köln im Rahmen des Konjunkturpaket II die Kölner Ingenieurbüros fpi fuchs Ingenieure GmbH und Fredersdorf Consulting mit der Planung und Bauüberwachung der Deckenerneuerung von Hauptverkehrsstraßen in den Stadtteilen Altstadt-Nord und Riehl. Durch die Verwendung eines gummimodifizierten und lärmoptimierten Asphaltes werde laut Projektleiter Dipl.-Ing. Carsten Rickers nicht nur die Lärmminderung verbessert, sondern auch die Folgekosten erheblich reduziert.
Insgesamt wurden im Kölner Stadtgebiet Straßen mit einer Ausbaulänge von ca. 3,8 km saniert. Nach Instandsetzung der defekten Straßenentwässerungsanlagen und der Verlegung von Leerrohren wurden ab Mai 2010 die großflächigen Fahrbahnarbeiten durchgeführt und im Anschluss Beschilderungs- und Markierungsarbeiten ausgeführt.
Großes Lärmreduzierungspotential
Durch die Verwendung einer gummimodifzierten lärmoptimierten Asphaltdeckschicht ergibt sich eine erhebliche Lärmreduzierung gegenüber dem Referenzbelag bzw. dem ursprünglichen Belag. Durch besseres Ermüdungsverhalten hat dieser Asphalt eine längere Lebensdauer als unmodifizierte Asphalte und verursacht deshalb deutlich geringere Wartungs- und Unterhaltungskosten.
Der Einsatz des LOA 5 D ist für Innerorts- und Außerortsstraßen sinnvoll. Allerdings übersteigt bei Geschwindigkeiten unter 40 km/h das Antriebsgeräusch der Fahrzeuge das erzeugte Reifen-/Fahrbahngeräusch. Die Stadt Köln traf die Entscheidung zugunsten der gummimodifizierten und lärmoptimierten Asphaltdeckschicht (LOA 5 D GM) wegen der besseren Verarbeitbarkeit im Handeinbau gegenüber anderen lärmarmen Fahrbahnbelägen (LOA 5 D und PMA 5 D).
Temperaturabgesenkter Einbau des Asphaltes
Bei Verwendung von Road+ ist gummimodifizierter Asphalt temperaturabgesenkt einzubauen. Dadurch schont man natürliche Ressourcen, verringert die Belastungen am Arbeitsplatz und reduziert den CO2-Ausstoß gegenüber anderen Modifizierungen. Durch den isolierenden Effekt von Gummi in Bitumen kühlt der Asphalt nicht so schnell aus wie bei Verwendung anderer Bindemittel. Dadurch wirken sich längere Transportwege oder längere Standzeiten von Transportfahrzeugen nicht negativ aus. Durch die Temperaturabsenkung beim Einbau der Asphaltschichten kann zudem eine schnellere Verkehrsfreigabe erfolgen.
Ein ganz entscheidendes Kriterium für die dauerhafte Lärmminderung ist die Ebenheit der Asphaltbinderschicht und der Asphaltdeckschicht. Daher ist auf eine hohe Einbauqualität gesteigerter Wert zu legen. Durch den Einbau des regional vorhandenen Aufhellers Quarzedelsplitt, kein Quarzit, erhöht sich zusätzlich die Verkehrssicherheit.
Erste Messergebnisse übertreffen Prognose
Im August 2010 führte die IFTA GmbH die ersten Messfahrten auf dem neuen gummimodifizierten, lärmoptimierten Asphalt (LOA 5 D GM) durch. Diese zeigen, dass sich die Lärmminderungsprognose von rund 4 – 5 dB(A) unter der realen Verkehrsbeanspruchung noch einmal erhöht hat.
Durch die TU Dresden wurden dann ebenfalls cpx-Messungen nach der survey-method sowohl auf dem herkömmlichen LOA 5 D wie auf dem LOA 5 D GM durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass sowohl bei den Fahrgeschwindigkeiten von 50 km/h wie auch bei 70 km/h das Lärmminderungspotential beim gummimodifizierten LOA um run 2 dB(A) besser ist.
Baumassnahme: Wohnstraßen
Ausführungsart: Lärmreduzierung
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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