Bunt, sicher und kinderfreundlich

Laut ADAC wird alle 17 Minuten auf Deutschlands Straßen ein Kind von einem Auto erfasst. Zwar ist die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder rückläufig, aber allein im Jahr 2009 kamen bundesweit noch knapp 31 000 Kinder bis zu 14 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden, 91 von ihnen verunglückten tödlich. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, Straßenräume für Kinder sicherer zu gestalten. Das bedeutet aber auch, dafür Sorge zu tragen, dass sich Kinder sicher und selbständig im Verkehr bewegen können. Damit dieses Ziel erreicht wird, ist es unerlässlich, die Kinder aktiv in die Gestaltung einer kinderfreundlichen Verkehrswelt einzubeziehen.

 

Bereits Anfang 2009 wurde deshalb in Köln, auf Initiative des ADAC und mit Unterstützung des Deutschen Asphaltverbandes, der erste Kinderzebrastreifen eröffnet. Weitere Infos zu diesem Projekt gibt es hier!

 

Grundschüler hatten eine komplette Kreuzung in der Kölner Südstadt neu geplant. Diese Idee wurde nun auch in Kerpen aufgegriffen und realisiert. Im Juli konnte im Rhein-Erft-Kreis der erste von Grundschülern geplante „Kinderzebrastreifen“, der eigentlich ein Minikreisel ist, eröffnet werden. Von der Sindorfer Ulrichschule farbenfroh und kinderfreundlich gestaltet, soll er in Zukunft vor allem den Schulweg der zahlreichen Kinder aus dem Vogelrutherfeld hin zur größten Kerpener Grundschule sicherer machen. Grundlage der Zusammenarbeit mit den Grundschülern war dabei die Erkenntnis der Verkehrsplaner, dass Kinder Übergänge und Fußgängerführungen am ehesten akzeptieren und nutzen, wenn sie selber an den Planungen beteiligt waren.

 

Als gemeinsames Projekt der Kinderunfallkommission Kerpen, des ADAC, der Polizei und der Ulrichschule, mit Unterstützung des Deutschen Asphaltverbandes, beschäftigten sich im vergangenen Sommer Sindorfer Drittklässler mit der Planung des Minikreisels und drei umgebender Zebrastreifen. Eine Befragung der Eltern im Vorfeld hatte nämlich ergeben, dass vor allem der der Einmündungsbereich der Fuchsiusstraße in die Breite Straße als Gefahrenpunkt für die jüngsten Verkehrsteilnehmer angesehen wurde.

 

In drei Workshops setzten sich die Kinder intensiv mit der Problematik auseinander. Begehungen vor Ort, an denen auch Vertreter des Behindertenbeirates und des Netzwerk 55+ teilnahmen, machten die Kinder mit den Örtlichkeiten vertraut. Am Ende stand ein dreidimensionales Modell einer kindgerechten Verkehrslösung, die auch genauso in die fachliche Planung gegeben wurde. Die Kinder planten aber nicht nur, sie waren auch bei allen wichtigen Bauphasen vor Ort: Beim Asphaltieren und beim Aufstellen der Schilder beaufsichtigten die Kinder „ihre“ Baustelle. Krönender Abschluss war die eigenhändige Bemalung des Kreisels und der Umgebung.

 


Baumassnahme: Kreisverkehrsplätze
Ausführungsart: Farbige Asphalte
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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