Mit Asphalt zurück zum historischen Stil
Von Wiesen und Wäldchen über barocke Skulpturen und Gebäude bis hin zu Freilichtbühnen und exotischen Tieren – der Große Garten in Dresden ist nicht nur der größte Park der Stadt, sondern auch der vielfältigste.
Eines der augenscheinlichsten Merkmale der parkanlage sind die ockerfarbenen Wege, die allerdings aufgrund des für die moderne Parkpflege aber auch für die Nutzung und Bewirtschaftung der Gebäude erforderlichen Kfz-Verkehrs, stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Denn diese Belastungen überforderten die für Fußgänger ausgelegten ungebundenen Deckschichten der historischen Wegebefestigungen. Vor allem im Winter, wenn sich Frost- und Tauperioden abwechseln, richten die walkenden Kräfte der Fahrzeugreifen erhebliche Schäden an. Während die tiefer gelegenen Schichten noch gefroren sind, „schwimmen“ die bereits aufgetauten Deckschichten und sind dadurch besonders empfindlich. Bei der Erneuerung des Wegesystems forderten die Denkmalschutzauflagen den Erhalt der ockergelben Optik.
Nachdem die richtige Materialmischung für diesen Farbton gefunden war, musste das Mischgut ohne jegliche Verunreinigung verarbeitet werden. So mussten die Mischanlagen vor der Produktion von den kleinsten Spuren Restasphalts befreit und aufwändig für die Produktion von Farbasphalt vorbereitet werden. Die mit dem Einbau beauftragte Baufirma setzte außerdem ausschließlich neue Werkzeuge ein. Auch die vier statischen Walzen wurden einer gründlichen Reinigung unterzogen. Die beiden für den Einbau verwendeten Fertiger wurden auf dem Gelände der Mischanlage umfassend gereinigt. Um Verschmutzungen zu vermeiden, die über die Bandagen der Walzen eingetragen werden können, richtete die Baufirma Sauberlaufzonen am Anfang der Baustelle ein. Bis die Deckschicht ausgekühlt war, durften sie nur drei speziell eingewiesene Mitarbeiter betreten. Dafür wurden sie mit neuem Schuhwerk ausgestattet.
Um den gewünschten Farbeffekt zu erzielen, wurde der Asphaltdeckschicht Ostrauer Dolomitsplitt beigemischt und ein einfärbbares Bindemittel mit Farbpigmenten versetzt. Die zur Abstimmung des Farbtons verwendeten Gesteinskörnungen und die Pigmente wurden im Zentrallabor des sächsischen Asphaltmischgutherstellers sorgfältig auf Farbstabilität getestet. Der erste Bauabschnitt umfasste eine Fläche von rund 13.500 m², für die rund 1.350 t Asphaltbeton 0/8 aufgewendet wurden.
Der ockergelbe Asphaltbeton ließ sich aufgrund der Eigenschaften des einfärbbaren Bindemittels in einer Temperaturspanne zwischen 130 und 160° C verarbeiten. Er wurde im „Heiß-an-heiß-Verfahren“ eingebaut, um sichtbare Nahtstellen zu vermeiden. Die Abgrenzung zu den Grünflächen erfolgte zum geringen Teil mit Stahlbändern, die auf einem Tiefbord aufsetzen. Im Bereich der Hauptallee wurde der Asphalt mit Großsteinpflaster eingefasst. Dabei kam bereits vorhandenes Material wieder zum Einsatz.
Einbaudatum:
Oktober 2006
Größe der Fläche:
10.000 qm
Planer:
Landschaftsarchitekturbüro Volker von Gagern
Einbaufirma:
Wilhelm Faber GmbH & Co.
Bauunternehmung KG, NL Wilsdruff
Mischwerk:
Sächsische Asphaltmischwerke GmbH & Co. KG,
Mischwerk Kaditz
Asphaltdeckschicht:
3 cm dick, Asphaltbeton 0/8, einfärbbares Bindemittel,
Dolomit, Ostrau
Baumassnahme: Wege
Ausführungsart: Farbige Asphalte
Bundesland: Sachsen
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